Young Leader Multimedia-Workshop


Die Young Leaders GmbH ist eine Organisation, die unter Zusammenarbeit von zahlreichen Einrichtungen und Ministerien entstanden ist. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt jungen, engagierten Leuten zu helfen Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen und sie so gleichzeitig in die verschiedenen Bereiche der Politik, Wirtschaft und Gesellschaftskunde einzuführen, für die der reguläre Unterricht nicht ausreicht.

Ein Wochenende voller Ideen
Workshopteilnehmer: Karina, Pauline und Arne (Jahrgang 10)

Am Freitagabend kamen wir am Berliner Hauptbahnhof zusammen und begaben uns zu einem Jugendgästehaus, wo wir die kommenden Tage verbrachten. Beim Get-together stellten wir uns nach dem Abendessen einander vor und erzählten den Mitteilnehmern über uns. Anschließend machten wir zusammen einen kleinen Abendspaziergang durch das Berliner Regierungsviertel, wo man miteinander in das Gespräch kommen konnte.
Ich muss wirklich sagen, dass alle in der Gruppe erstaunliche Menschen waren. Noch nie habe ich es erlebt, dass man sowohl mit Veganern als auch Funktionären der Jungen Union offen über jedes Thema sprechen konnte. Obwohl wir sicherlich nicht immer einer Meinung waren, kamen wir sehr gut miteinander aus. Der Samstag begann mit dem Frühstück, wo wir uns wieder angeregt über jedes mögliche Thema unterhielten.
Unser erstes Seminar dauerte den gesamten Morgen an. Der diplomierte Volkswirt Berthold Barth von der Ludwig Erhard Stiftung hielt einen Vortrag über Vor- und Nachteile der Sozialen Marktwirtschaft Deutschlands. Dabei wurde auch auf die Frage eingegangen, ob man die Freiheit oder die Gleichheit des Marktes fördern sollte. Der Redner ging während des gesamten Seminars immer offen auf uns ein.
Nach dem Mittagessen besuchte uns Stephan Mayer, der leitende Reporter des Bayrischen Rundfunks, der uns in den Multimedia-Workshop einführte. Das Ziel dieses Workshops bestand darin, eine Radiosendung über die deutsche Sicherheitspolitik unter folgender Fragestellung zu organisieren: Ist der Auslandseinsatz der Bundeswehr Widerspruch oder Konsequenz. Dafür wurden wir in nur einer Stunde in das Handwerk des Journalismus eingewiesen. Wir lernten alles vom Aufbau der Radiosendung bis hin zum Verteilen von Aufgaben.
Im Anschluss daran stellte sich ein Major der Jugendoffiziere vor, um uns einen Vortrag über die Sicherheitspolitik der BRD und über die Sicherheitsstrategie der Bundeswehr zu halten. Neben allerlei informativen Dingen wie den Rahmenbedingungen eines Einsatzes oder den Prinzipien der Sicherheitspolitik konnten wir den Major auch über sensible Themen ausfragen. Dies wurde sogar von den Studenten, die unsere Gruppe leiteten, erwünscht. Der Jugendoffizier stellte sich Fragen über die Einsatzfähigkeit des Sturmgewehr G36, den Engpässen der Hubschrauberflotte oder dem Einsatz in Afghanistan stellen. Außerhalb des Seminars konnte ich ihn zu einem mir wichtigen Thema interviewen: Die NATO-Politik im Baltikum. Ich war beeindruckt vom fachlichen Wissen, was er aufbrachte und muss anerkennen, dass er sehr gut auf das Thema geantwortet hat, obwohl ich konträrer Meinung bin.
Nach dem Seminar fuhren wir mit der S-Bahn in das Hauptstadtstudio des Bayrischen Rundfunks, wo unser Abendprogramm stattfand. Die Aufgabe bestand darin, dass wir in drei Stunden unser zuvor erlerntes Wissen nun anwenden sollten und eine komplette Radiosendung auf die Beine stellen sollten. Mir fiel die Aufgabe des Nachrichtensprechers zu. Das bedeutete, dass ich selbst unter der Anleitung vom Chefredakteur recherchieren und den Text einsprechen musste. Es traten zwei große Schwierigkeiten bei diesem Vorhaben auf. Erstens musste man unter dem großen Stress und Zeitdruck so schnell wie möglich einen perfekten Nachrichtentext verfassen und zweitens musste ich bei der Betonung ganz besonders aufpassen, da beim Einsprechen von Nachrichten darauf geachtet werden muss, dass man jedes Wort deutlich ausspricht und ein perfektes Redetempo hat.
In der Zwischenzeit führten Karina und Pauline alleine ein telefonisches Interview mit einem Bundeswehrsoldaten, der gerade im Norden von Irak stationiert ist.
Nachdem wir unsere Beiträge mehrere Male im Tonstudio eingesprochen hatten, konnten wir auf das fertige Endprodukt warten. Die Zeit verbrachten wir damit, dass wir uns mit dem Jugendoffizier unterhielten und er uns über Afghanistan erzählte. Er zeigte uns sogar Fotos von seinen Einsätzen als Presseoffizier in der Krisenregion. Natürlich muss man sich eingestehen, dass es sein Beruf ist die Meinung der Bundeswehr zu vertreten, aber ich finde, dass er sehr offen mit den Themen umgegangen ist. Er zeigte uns positive und negative Dinge gleichermaßen und sprach auch über seine persönlichen Erfahrungen. Auch will ich anerkennen, dass ich ein Bild von Afghanistan bekam, was viel detaillierter ist, als das, was wir in den Nachrichten sehen. Nachdem wir uns die fertige Radiosendung angehört hatten, fuhren wir zurück zum Tagungshotel, wo wir den verbleibenden Abend mit Gesellschaftsspielen verbrachten.

young leaders radio
am 25.11.2017

Der Sonntag begann mit einem leckeren Frühstück und einem Gottesdienst. Unser letzter Programmpunkt stand im Zeichen der Philosophie. Sie war der Abschluss, auf den wir alle gewartet haben. Für mich war dieses Seminar besonders interessant, da ich einen Einblick in ein Fach bekam, was in der Schule nicht gelehrt wird. Für den Vortrag hat man den Richter Klaus-Peter Jürke eingeladen. Er diskutierte mit uns über "Gut" und "Böse", während er uns sehr viele Informationen über die Philosophie gab. Am Beispiel eines Fahrradfahrers, der in einem Dilemma steckt, haben wir die Materie im Diskussionskreis erlernt.
Im Anschluss an das Seminar stand unsere Auswertungsstunde, wo jeder Teilnehmer den Organisatoren ehrlich mitteilen sollte, was und wie er über den Workshop dachte. Mich hat beeindruckt, dass die negativen Dinge am Workshop offen angesprochen wurden und das sogar vom Veranstalter erwünscht wurde.
Nach der Mittagspause verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren mit dem Zug in alle verschiedenen Richtungen davon. Ich hatte, wie ich später gehört habe, einen relativ kurzen Rückweg. Einige kamen fünf Stunden später in ihrer Heimatstadt an. Trotzdem kann man sagen, dass dieses Wochenende allen Teilnehmern gefallen hat.
Die Gelegenheit möchte ich nutzen und mich noch einmal vielmals bei der Young Leaders GmbH bedanken, die so tatkräftig den Workshop organisiert haben und Jugendlichen die Chancen geben sich mit Gleichgesinnten zu treffen und sich auszutauschen.
Nach diesem Wochenende kann ich jedem Interessierten an das Herz legen, dass er sich einmal bei dem Young Leaders Workshop bewirbt. (Falls Interesse besteht, helfe ich gerne weiter.)
Arne

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