AbiBac Geschichte Klasse 7/2


Ludwig der XVI. und sein Hof - der Absolutismus im bilingualen Unterricht


Zu Beginn des Schuljahres waren wir nun endlich in der 7. Klasse angekommen. Da kündigte uns Frau Carcenac an, dass im 2. Halbjahr eine bilinguale Sequenz, d.h. Geschichtsunterricht in französischer Sprache zum Thema "Absolutismus" für unsere Klasse vorgesehen sei.
Zu Beginn dieser Unterrichtseinheit schien alles noch recht kompliziert, denn wir fingen gleich mit einer Beschreibung eines Gemäldes von Ludwig XIV. auf Französisch an. Während uns das freie Sprechen im Unterricht noch schwer fiel, so bereitete uns die Gruppenarbeit an Plakaten zu verschiedenen Themen nicht so viele Probleme, weil wir die Erstellung von Wandzeitungen schon intensiv in Klasse 5 und 6 geübt hatten. Es machte uns sogar Spaß. Im Mittelpunkt der Arbeit stand jetzt die Anfertigung eines portrait physique et historique, also die Analyse eines Porträtgemäldes unter der Berücksichtigung der geschichtlichen Hintergründe. Manche Gruppen befassten sich mit berühmten Persönlichkeiten der Epoche wie Ludwig XIV. oder seinem Finanzminister Jean B. Colbert. Andere Teams nahmen sich zum Beispiel das Schloss Versailles vor, den damaligen Wohnsitz Ludwigs XIV. oder das dortige Leben zur damaligen Zeit.
Am Ende waren alle sehr überrascht, dass so interessante zweisprachige Vorträge und schön gestaltete Wandzeitungen mit fast fehlerfreien Texten entstanden waren. Anschließend beschäftigten wir uns mit dem Merkantilismus, Frankreichs damaligem Wirtschaftssystem, welches dessen Finanzen stärken sollte und unsere Köpfe zum Rauchen brachte, da wir das Thema weiterhin in der Fremdsprache bearbeiteten. Wir sprachen im Unterricht darüber oder füllten Arbeitsblätter mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen aus.
Obwohl einige sich sicher nach dem Geschichtsunterricht in deutscher Sprache zurück sehnten, waren wir doch stolz darauf, was wir auf Französisch bereits ausdrücken konnten und froh, dass wir die Chance hatten, diese Erfahrung zu machen.
Charlotte Reiher, 7/2


Histoire à la française
oder Geschichtsunterricht auf Deutsch kann ja jeder…

     

Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres erlebten wir, die Klasse 7/2, mit unserer neuen Lehrerin Frau Conrad bilingualen Geschichtsunterricht.
Am Anfang waren einige von uns sehr skeptisch und hatten Angst, dass sie fachliche Informationen nicht verstehen würden. Andere wiederum sahen es als Chance, ihren Wortschatz und ihre Fähigkeiten im Alltag zu trainieren. Frau Conrad hatte da ganz andere Bedenken: Würde sie sich all unsere Namen merken können? ? Würde sie uns das Wissen lebendig genug vermitteln können? Wie würden wir mit ihrer modernen Arbeitsweise umgehen? (Frau Conrad liebt Powerpoint-Präsentationen)
Das Namensproblem sollte sich bald lösen, denn sie bat jede von uns, ein Foto mit unserem Namen mitzubringen. Die Bilder klebte sie auf und trug sie von nun an überall mit herum, um in jeder freien Minute unsere Namen zu lernen. Was für ein Einsatz!
Um mit dem bilingualen Unterricht klarzukommen, erarbeiteten wir den Stoff langsam, Schritt für Schritt. Außerdem gestaltete Frau Conrad den Unterricht so anschaulich wie möglich. So ließ sie uns zum Beispiel, die fünf Machtstützen Ludwig XIV., in Gruppen erarbeiten. Die Präsentationen der einzelnen Gruppen waren sehr ideenreich. Es wurden unter anderem eine Tratschrunde aus Ludwigs Zeit und ein kleines Theaterstück gespielt. Super fanden wir auch die Idee der freiwilligen Leistungskontrollen, bei denen die Fragen von uns Schülern gestellt werden konnten. Hierbei achtet Frau Conrad weniger auf unsere Sprache, sondern es ging ihr darum, dass wir verstanden, was wir selbst erarbeitet hatten oder was sie uns vermittelte.
Was wohl für immer in unseren Köpfen bleibt, ist der Film über den Hof Ludwig XIV. " Le roi danse" (Der König tanzt). Im Film wurde französisch gesprochen und es wurden französische Untertitel eingespielt. Eine kleine Herausforderung, wie wir zunächst fanden. Doch erstaunt stellten wir fest, was wir mittlerweile schon alles verstanden. Wir waren sehr stolz auf uns. Ähnlich war es, als wir eine original französische Quelle lasen, eine kleine Rede Ludwig XIV. von 1666. Schon manch deutsche Quelle ist schwer verständlich. Doch uns gelang es, mit ein wenig Knobelei, sie zu verstehen.
Tauchten im französischen Geschichtsunterricht doch mal Schwierigkeiten auf, ging auch mal ein Stöhnen durch die Klasse. Doch wir schrieben tapfer mit und schauten dann später, ob Mitschülerinnen oder Wörterbücher helfen konnten. Was dann noch unklar blieb, klärten wir mit Frau Range im Französischunterricht. Dafür ein herzlicher Dank an Frau Range.

Abschließend lässt sich sagen, der Großteil von uns fand Gefallen an der bilingualen Unterrichtsweise, nur 6 von uns 24 Mädels wollten lieber wieder auf Deutsch unterrichtet werden. So waren auch die Reaktionen zweigeteilt, als Frau Conrad uns mitteilte, dass der Unterricht von nun an wieder in unserer Muttersprache stattfinden sollte. Denn am Ende waren viele von uns doch überrascht, dass sie jetzt schon so viel über Ludwig XIV. auf Französisch erzählen können. Im Schlaf, vorwärts, rückwärts und querbeet.

Wir bedanken uns bei Frau Range, für die vielen Französischstunden, die sie für die Klärung sprachlicher Unklarheiten geopfert hat. Und auch bei Frau Conrad, für ihre Geduld, ihre stete Motivation und ihre vielen tollen Ideen. DANKEEEEEEEEEEE!!!!
Ema Timm& Lucia Mischke, 7/2


L'État, c'est moi! - Der Staat bin ich und wir waren dabei
Unsere erste bilinguale Sequenz im Geschichtsunterricht der Klasse 7/2

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Bili-Geschichte - Klappe, die erste
Vor einiger Zeit wurde uns mitgeteilt, dass wir demnächst für fünf Wochen Geschichtsunterricht in französischer Sprache erhalten würden. Da wir diese Sprache aber erst seit zwei Jahren sprechen, hatte fast jeder ein komisches Gefühl vor der ersten Stunde, die Anfang März mit Frau Carcenac und Frau Jacobson startete. Die meisten von uns hatten Angst, nichts von dem Stoff zu verstehen. Falsch gedacht! Es kam ganz anders: Abgesehen von Frau Jacobson, die außer Baguette und Merci auf keine französischen Vorkenntnisse zurückgreifen konnte, hatte unsere Klasse weniger Probleme mit der Sprache.
Zur Einstimmung in die Unterrichtseinheit "Absolutismus in Frankreich" wurde ein Portrait von Ludwig XIV. aufgelegt, bei dem viele Schüler schon wegen der ungewöhnlichen Kleidung und Pose des Sonnenkönigs lachen mussten. Auch während der nun geforderten Bildbeschreibung auf Französisch kam es zu einigem Schmunzeln, da manche wegen Verwechslung der Vokabeln z.B. einen Fußball statt Füßen zu erkennen behaupteten. Aber auch aus solchen Irrtümern kann man, wie wir später immer wieder bemerkten, bekanntlich viel lernen.

Bili-Gruppenarbeit - Klappe, die zweite
Bereits in der zweiten Stunde bildeten wir sieben Interessen-Gruppen, in denen jede ein bestimmtes Problem aus der Thematik bearbeiten und ihr Ergebnis anschließend mit Hilfe eines Schaubildes und eines Vortrages präsentieren sollte. Dazu stellten uns Frau Carcenac, Frau Jacobson und auch Herr Schneider, der als Referendar bei uns unterrichtete, unterschiedliche Materialien wie Lehrbücher, Wörterbücher, Lexika, usw. zur Verfügung.
In den nächsten Wochen arbeiteten wir begeistert an unseren jeweiligen Projekten und langsam, aber sicher konnte man die ersten Ergebnisse erkennen. Viele mussten auch außerhalb der Schule arbeiten und sich noch mal zusammen setzen, um z.B. ihren französischen Text für die Präsentation einzuüben, die Bilder und Texte auf ihre Plakate zu kleben oder noch die wichtigsten Informationen heraus zu arbeiten.
In unserer vorletzten bilingualen Doppelstunde herrschte zu Stundenbeginn hektisches Treiben und ein flaues Gefühl machte sich breit. Wir waren alle aufgeregt, als dann der Tag gekommen war, an dem wir alle unsere Werke zum Thema "L'absolutisme en France - Der Absolutismus in Frankreich" präsentieren durften. Ein paar von uns übten noch einmal ihre französische Bildbeschreibung, während andere bereits ihre zum Thema passenden Kostüme anzogen.

Bili-Präsentationen - Klappe, die dritte
Die erste Gruppe, die zum Leben Ludwigs des XIV. recherchiert hatte, erzählte etwas zu seiner Kindheit, erläuterte wichtige Entscheidungen, die er getroffen hatte, und berichtete über sein turbulentes Eheleben, dem viele - auch außereheliche - Kinder entsprungen waren. Nach diesem gelungenen Einstieg applaudierten wir alle und es ging mit vier kostümierten Schülerinnen weiter, welche zum Thema "Das Leben am Hof - ein goldener Käfig" eine "Fernsehsendung" in französischer Sprache aufführten. Darin erfuhren wir neben einer Einführung in die französische Mode und Esskultur auch, dass es auf dem prächtig ausgestatteten Schloss Versailles nur drei Toiletten für 6o.ooo Personen gab. Bei Springbrunnen und Spiegeln war man weniger sparsam gewesen. Aber es gab ja Parfüm.
Kaum war das laute Händeklatschen verklungen, stellte sich unsere kleinste Truppe mit ihrem Thema "Jules Mazarin" vor. Der Vortrag über diesen berühmten Mann, der die Grundlagen des Absolutismus für den Sonnenkönig legte, begeisterte uns sehr.
Mit dem Stundenklingeln konnten drei von sieben Gruppen erleichtert und die restlichen vier Gruppen mit noch immer schwitzenden Händen in die Pause gehen. Nach fünf Minuten Erholung öffneten sich für uns im übertragenen Sinne die Vorhänge zu Ludwigs Beziehung zu den schönen Künsten, also Musik, Schauspiel, Ballet, etc.,... Der selbst tanzende und schauspielernde Monarch schätzte und förderte die Künste sehr. Doch, so erfuhren wir von den darauf folgenden Schülern, ohne Jean - Baptise Colbert wäre ihm das kaum möglich gewesen. Als gewiefter Finanzminister entwickelte er seine großartige Wirtschaftspolitik, den Merkantilismus, womit die Staatskassen gefüllt werden konnten und der Sonnenkönig erst in der Lage war, seinen ausschweifenden Lebensstil und die überladenen Schlösser zu finanzieren.
Leider missbrauchte Ludwig das Geld auch für blutige Kriege, erklärte uns die vorletzte Gruppe. Als krönenden, aber etwas traurigen Abschluss haben uns fünf Schüler das Leben des 3. Standes, also der Arbeiter, Handwerker, Bauern, Tagelöhner,… beschrieben. Wir erfuhren, dass sie ein sehr einfaches und armseliges Leben führten und dass die Adligen ohne sie, nie so ein luxuriöses Leben hätten führen können.

Bili-Resümee - Die letzte Klappe
Es waren wirklich tolle Präsentationen, die da zu erleben waren. Am Schluss haben wir alle gute Zensuren bekommen und uns sehr gefreut, denn die Gruppenarbeit hat uns neben einigem Stress auch sehr viel Spaß bereitet. Unsere Mühen haben sich also ausgezahlt. Im Großen und Ganzen hat der Unterricht viel Spaß gemacht und wir denken, dass sich niemand Sorgen machen muss, wenn die nächste bilinguale Unterrichtseinheit ansteht.

Ein Bericht von Julian Wörfel, Denise Broscheit, Anne Richter, Antonia Otto und Nikol Kövesi (7/2)


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