Projekt Lebenswelt 2008/2009


Das Projekt Lebenswelt im Schuljahr 2008/2009

Das Projekt Lebenswelt fand im Schuljahr 2008/09 von Beginn an einen sehr großen Zuspruch. Eine erste Interessentenliste endete bei der laufenden Nummer 33. Die Informationen der Mitarbeiterinnen der Freiwilligen-Agentur (Nicole und Hannah) im ersten Workshop führten dazu, dass einige Schülerinnen, welche den notwendigen Zeitaufwand von zwei Stunden die Woche nicht in den Schulalltag integrieren konnten und denen die Angebote an sozialen Einrichtungen nicht attraktiv genug erschienen oder die das Ganze schlicht mit einem Praktikum verwechselten, ausstiegen. Andere Schülerinnen wollten in eine bestimmte soziale Einrichtung der Stadt Halle, aber die entsprechende Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Agentur ließ sich in der Kürze der Zeit nicht bewerkstelligen. Auch hier wurde die Mitarbeit abgebrochen. All dies ist in der Vorbereitungsphase möglich und überhaupt nicht problematisch, sondern entspricht prozesshaften Projekten.
[Den Schülerinnen Anne-Viktoria Händler und Ronja Kullmann ist es allerdings gelungen, ihre eigenen Interessen an einer sozialen Einrichtung umzusetzen. Gerade dies ist für das nächste Schuljahr eine weitere Möglichkeit des Projekts: Eigene Interessen der Schüler an bestimmten sozialen Einrichtungen aufnehmen, den Bedarf der Einrichtung erfragen und eine Kooperation initiieren. Dies setzt den Bedarf der Einrichtungen ebenso voraus wie das Engagement der Schüler. Hier ist ein Scheitern durchaus möglich, aber diese Erfahrung entspricht dann ebenfalls dem Projekt und bedarf einer gründlichen Reflexion.]
Nach diesem ersten Workshop kam die Anmeldephase in den sozialen Einrichtungen. Die Schülerinnen riefen die jeweiligen Ansprechpartner an und verabredeten Besuchstermine zur Klärung der formalen Fragen. Wann sind die zwei Stunden pro Woche für die Schülerin und die Einrichtung möglich? Welche begleitenden Aufgaben sollen die Schülerinnen übernehmen? Diese Absprachen waren in jedem Jahr mit Anlaufschwierigkeiten verbunden. Da ist die Ansprechpartnerin im Urlaub oder der größte Bedarf liegt in Zeiten, die für die Schülerinnen unmöglich sind, oder, oder, oder. All diese Schwierigkeiten konnten aber mit Geduld und Gelassenheit gelöst werden.
[Grundsätzlich ist den im ersten Workshop vorgestellten Einrichtungen die Zusammenarbeit vertraut, bei diesen bedarf es weniger der inhaltlichen Aufgabenklärung als bei denen, die nach eigenen Interessenlagen ausgesucht worden sind. Hier muss über den Begleitlehrer noch ein Kooperationsvertrag mit den Einrichtungen abgeschlossen werden.]
Im zweiten Workshop, der immer eine oder zwei Wochen später stattfindet, hatte jede Schülerin schon Kontakt mit ihrer Einrichtung. Es wurden erste Eindrücke reflektiert, Anlaufschwierigkeiten geklärt.

Hier ein Überblick über die Teilnehmerinnen und ihre sozialen Einrichtungen:
Ngoc Anh, Hoang Thi / Hernig, Andrea - Interkulturelle Kindertagesstätte "Kinderwelt"
Galander, Franziska - Jugendwerkstatt "Bauhof"
Klima, Isabell - Jugendwerkstatt "Bauhof" Rosche, Julia / Wolff, Marla Lea / Wittig, Elisa /Günther, Lisa / Slawik, Janine / Hütter, Friederike - Altenpflegeheim Paul-Riebeck- Stiftung Halle "Haus der Generationen"
Müller, S. Lena / Hoppe, Friederike - Lebenshilfe e.V.Heilpädagogisches Wohnheim
Herfurth, Peggy / Wießner, Sarah - Paul-Riebeck-Stiftung Halle Förderwohnheim im Akazienhof
Hoffmann, Anna Maria / Weichert, Gesine - Kindertageseinrichtung "Schlumpfhausen" (ASB)
Händler, Anne-Viktoria / Kullmann, Ronja - Kindertagesstätte "August-Hermann-Francke"


Anne-Viktoria Händler und Ronja Kullmann

Die nächsten Wochen waren dann von den Besuchen in den anderen "Lebenswelten" geprägt, regelmäßigen Besuchen durch die Schülerinnen und einem einmaligen Besuch durch den Begleitlehrer Herrn Kirzeder oder in diesem Schuljahr durch den Mitarbeiter des Projekts Lebenswelt Jan Metzner.
Innerhalb der Projektzeit fand zur "Halbzeit" ein Begleitworkshop statt. Hier wurde deutlich, dass z.B. bei einer Schülerin der Nachhilfe-Schüler nur sehr unregelmäßig erscheint. Diese Erfahrung wurde ebenso wie andere thematisiert und reflektiert. Oft zeigte sich bei den Schülerinnen auch eine gewisse Frustration über bestimmte Abläufe in den Einrichtungen, über Personen und anderes.
Insgesamt war aber deutlich der Stolz und die Freude zu spüren über die eigene Tätigkeit, die neuen Beziehungen, Gespräche, den Sinn des eigenen selbstbestimmten Handelns. Diese Grundfreude wurde im Begleitworkshop verdeutlicht und die momentane Frustration als klar erkennbare Phase gekennzeichnet.

Manchmal stiften die neuen Erfahrungen jedoch persönliches, unüberwindbares Unbehagen, können Eindrücke von Menschen mit seelischen Behinderungen oder anderes nicht verarbeitet werden. Dann ist nach klärenden Gesprächen natürlich auch ein Abbruch des Projektes für den jeweiligen Schüler möglich. Ein Abbruch in dieser Phase sollte wohlüberlegt sein, da hier schon Beziehungen zu einzelnen Personen aufgebaut worden sind.

Den Schlusspunkt bildete eine gelungene Abschlussfeier im Großen Saal des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) am 22. Juni 2009. Hier wurde nach einem ausführlichen Abschlussworkshop den Teilnehmern herzlich von der Projektleiterin Nicole Niemann, den Schulleitern der teilnehmenden Schulen, Frau Dr. Goldberg für das Christian-Wolff- Gymnasium und Herrn Hoge für das Landesgymnasium Latina, sowie den begleitenden Lehrern gedankt.
Alle Schülerinnen erhielten neben blumigen Glückwünschen ein Nachweisheft für bürgerschaftliches Engagement und ein Teilnahmezertifikat.
Herzlichen Dank noch einmal an diese engagierten Schülerinnen!

PS. Sollte sich jemand über die vermeintlich fehlerhafte Verwendung des ausschließlich weiblichen Genus wundern, dann ist ein Blick auf die Liste der Teilnehmerinnen hilfreich.
Begleitender Lehrer: Martin Kirzeder


http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Engagiert/Downloads/Dokumente/Materialien-FW-Organisationen/2008-12-06-ehrenamt-nachweis-heft.pdf


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