Die Latina beim MEP.de 10


"Vielen Dank für das Wort! Die ungarische Delegation stimmt mit fünf Stimmen dafür, drei Stimmen dagegen und ohne Enthaltungen für diese Resolution."
Die Resolution zum Thema AIDS, erstellt vom Ausschuss für Familie, Gesundheit und Umwelt, wird auch von den anderen Delegationen größtenteils befürwortet. Und so kann die Präsidentin verkünden: "Diese Resolution wurde mit 112 Stimmen dafür, 32 dagegen und 16 Enthaltungen, unter Zustimmung der Ausschussvorsitzenden angenommen." Es folgt allgemeiner Applaus.
10 Jahre gibt es das jetzt schon, die Simulation des Europäischen Parlamentes, durchgeführt von Schülern 10. und 11. Klassen aus ganz Deutschland.

Wie beschreibt man diese fünf Tage am besten, die uns allen sicherlich in Erinnerung bleiben werden, die aufschlussreich waren oder eben auch einfach nur Spaß gemacht haben?
Oder besser: Woran denken wir, wenn wir diese Woche versuchen zu reflektieren und warum lohnt es sich auf jeden Fall auch für die nächsten Jahrgänge, an diesem Projekt teilzunehmen?
Der Gedanke hinter dem MEP ist in erster Linie sicherlich ein Einblick in die Welt der Politik(er) zu bekommen. Fünf Tage lang diskutieren, eigenständig recherchieren, sich mit anspruchsvollen Themen gemeinsam mit Gleichaltrigen auseinandersetzen, und das alles ohne einen Lehrer, der den Ton angibt. So viel Selbstständigkeit wird von einem nur selten in der Schule gefordert. Aber gerade das spornt zu Höchstleistungen an. Man kann also durchaus behaupten, dass man neben dem Wissen, das man über aktuelle Geschehnisse in der Politik erwirbt, auch die eigene Entwicklung betreffend profitiert.

Es geht nicht mehr darum, gute Noten zu bekommen. Es sollte auch nicht darum gehen, an einer Art Wettbewerb teilzunehmen, dessen Preis die Möglichkeit ist, am internationalen Model European Parlament mitzuwirken, auch wenn das sicherlich ein erstrebenswertes Ziel ist. Das, was zählt, ist die Zusammenarbeit untereinander, die entstehenden kontroversen Diskussionen, die Lösungsansätze, die man dann doch schließlich erarbeiten konnte, sprich einfach die Erfahrung, die diese Art der Arbeit in sich birgt. Und das ist eine Erfahrung, die sich zu machen lohnt. Außerdem - wann hat man schon mal die Chance, formell gekleidet im Bundesrat zu tagen, in den Landesvertretungen in Berlin ausschussweise bei leckerem Essen Resolutionen zu besprechen und eventuell sogar vor rund 200 Schülern, Lehrern, Ehrengästen und sogar einigen echten Abgeordneten eine Rede zu halten? Darüber vergisst man, dass man viel zu wenig schläft, dass die Füße vom ganzen Laufen in Absatzschuhen schmerzen.

Resümierend ist also eigentlich nur zu sagen: MEP ist für alle empfehlenswert, die sich auch nur ein kleines bisschen für Politik interessieren.
In diesem Zug möchten wir noch unseren beiden Mitdelegierten zu ihrer Nominierung für das internationale MEP gratulieren, Freya Lenk zu ihrer gelungenen Arbeit als Ausschussvorsitzende beglückwünschen und ganz herzlich Frau Mittler danken, die immer wieder für eine gelungene Woche in Berlin sorgt.
von Ariane Lindauer und Maxi Eschner, 10/1


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