Katholische Religion


Neuer Fachlehrplan
Erprobung in den Jahrgängen 5, 7, 9 und 10
Schülerarbeiten Tansania
Projekt
Jugendtreffen
Taizé 2017

Ein Blick in die Inhalte der Fächer Katholische Religion, Evangelische Religion und Ethik zeigt, dass diese Fächer eng verwandt sind. Und trotzdem soll eines der Fächer ausgewählt und belegt werden. Wo also liegen Unterschiede, Gemeinsamkeiten? Mögliche Fragen drängen sich auf, die hier aus der Sicht des Faches Katholische Religion gestellt und beantwortet werden.

Welches Ziel verfolgt dieses Fach?

Schülerinnen und Schüler sollen auf der Suche nach Sinn und Orientierung in ihrem Leben begleitet werden, damit sie sich selbst finden, verantwortungsbewusst leben lernen und in religiösen Fragen aussagefähig werden. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit und immer mehr pluralistischen Gesellschaft scheint dies äußerst wichtig. Es geht bei uns um Themenbereiche wie: Der Mensch und seine Verantwortung in der Welt, Sprechen von und mit Gott, Bibel als "Ur-Kunde" des Glaubens, Jesus Christus als Herausforderung für die Menschen, die Kirche als Volk Gottes und um andere Religionen und Weltanschauungen.

Wer legt die Inhalte des Unterrichtes fest?

Der Lehrplan wird von einer Kommission erstellt, welche vom Kultusministerium eingesetzt wird. Der Lehrplan dient als Grundlage für die Religionslehrerinnen und -lehrer an den Schulen, um den schulinternen Lehrplan zu entwickeln. Hier haben wir viel Spielraum auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Lerngruppen einzugehen.

Wer unterrichtet an der Latina Katholische Religion?

Ausschließlich Lehrerinnen und Lehrer, die auch für andere Fächer ausgebildet sind (Englisch, Französisch, Deutsch). Neben der fachlichen Qualifizierung für das Fach Katholische Religion, also dem abgeschlossenen Universitätsstudium, muss auch eine kirchlichen Beauftragung - missio canonica - vorliegen.

Wer kann am Unterricht teilnehmen?

ALLE Schüler, die es selbst wollen, bzw. deren Eltern es für sie so entscheiden. Es spielt absolut keine Rolle, welcher Konfession die Schüler und Schülerinnen angehören oder ob sie ungetauft sind. Es gibt auch in diesem Schuljahr wieder einige Jugendliche, die im Fach Katholische Religion ihr mündliches Abitur ablegen - katholisch sind die wenigsten. Jeder ist willkommen, sich in unseren relativ kleinen Lerngruppen aktiv einzubringen und mitzudiskutieren.

Wie wird unterrichtet?

Nach Möglichkeit ganzheitlich, d. h. den ganzen Menschen mit Herz und Verstand ansprechend. Dieses wird vor allem sichtbar in den verschiedenen Projekten, die wir mit den Schülerinnen und Schülern durchführen. Das sind z. Bsp. die Schulpatenschaft für eine Schule in Tansania, Besuche im Krankenhaus oder Hospiz und die Fahrt nach Taizé, die für Schüler der 10. und 11. Klasse angeboten wird. Außerdem arbeiten wir kompetenzorientiert, d.h. dass die Lernenden bei uns eine persönliche religiöse Kompetenz erwerben sollen. Diese wird geschult an den folgenden Einzelkompetenzen: Wahrnehmungs- und Urteilskompetenz, Deutungs-, Kommunikations- und Gestaltungskompetenz. Mehr dazu finden Sie im Lehrplan.

Wird im Unterricht gebetet?

Natürlich nicht. Beten ist Ausdruck des Glaubens, gehört also in den Gottesdienst und Glaubensvollzug. Beides ist nicht Teil des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. Wohl aber lernen die Kinder Glaubensäußerungen und Glaubensvollzüge von Religionen kennen und decken religiöse Spuren und Dimensionen in ihrer Lebenswelt auf.

Welche Begründung gibt es für dieses Fach?

Nach Art. 7,3 GG ist Religionsunterricht ordentliches Lernfach. Deshalb ist es auch ein Pflichtfach und wird benotet.
Inhaltlich gesehen ist es ein Sinnfach, da es die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt und mit den Kindern unterschiedliche Antworten gesucht werden.
Es ist ein Reflexionsfach, da es nach dem Woher und Wohin menschlicher Existenz fragt, nachdenken lässt über Themen wie Schuld, Gut und Böse und darüber, ob "mit dem Tod alles aus ist". Welche Antworten die Weltreligionen geben, wird besprochen, wobei der Schwerpunkt auf der Sichtweise des Faches liegt. Dass dies alles in kritischer Reflexion geschieht, ist selbstverständlich.
Es ist ein Kulturfach, in dem die Bedeutung des Christentums für unser Abendland erörtert wird. Es geht also nicht darum, eine evangelische oder katholische Identität herauszubilden, sondern vielmehr darum, im offenen ökumenischen Dialog mit vielen anderen das eigene Ich zu entdecken und die eigene Position ins Wort zu nehmen.


Alle drei Fächer (Katholische Religion, Evangelische Religion und Ethik) im Zusammenhang betrachtet bieten die große Chance, Wertunterricht in verschiedenen Nuancen wahrnehmen zu können. Dass an der Latina alle drei Fächer kompetent angeboten werden, ist eine große Chance - wenn alle drei Fächer auch angewählt werden, ein großer Nutzen und eine Bereicherung für alle Schülerinnen und Schüler.

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